Der RVL

 

1903

Mit dem Bau der Seelschleuse wird der Leeraner Hafen tidefrei. Ein ideales Ruderrevier entsteht. 22.September 1903: Die Gründungsversammlung der Ruder-Vereins Leer findet statt. Erster Vorsitzender wird der damalige Landrat Clemens Graf von Wedel, sein Stellvertreter Remmer Dunker, Kassierer Bernhard Müller und Schriftführer Carl Vierfuß.

1905

Die erste Vereinsregatta findet am 10. September statt. Der Verein zählt 30 aktive und 25 fördernde Mitglieder.

1906

Der Emder Ruderverein wird gegründet. Im Jahre 1909 folgt der Wilhelmshavener Ruderverein.

1907

Der Ruder-Verein kauft das sog. Schlickgatt der damaligen Holzhandlung von Hooren. In dieses Jahr fällt auch die Gründung des Schlüler-Rudervereins „Leda“, der dem Ruder-Verein angeschlossen ist und später in ihm aufgeht.

1908

Ein Ruderapparat zur Intensivierung der Ausbildung wird angeschafft, gestiftet vom damaligen Ersten Vorsitzenden Johannes Russell. Am 12. Mai wird der Beschluss zum Bau eines Bootshauses gefasst; dessen Ausführung wird dem Emder Architekten Niederstrasser übertragen. Im Dezember werden die Pfähle, auf denen das Bootshaus gegründet ist, gerammt.

1909

Richtfest für das Bootshaus am 6. Januar – am 20. Mai feierliche Einweihung. Es wird eine Regatta mit Emder und Oldenburger Ruderern veranstaltet. Der erste gedruckte Jahresbericht west 43 aktive neben 104 fördernden und vier auswärtigen Mitgliedern aus.

1910

Die RVL-Herren unternehmen eine große Ruderfahrt von Hannoversch-Münden nach Nienburg.

1911

Der Ruderverein wird Mitglied im Deutschen Ruderverband. Auf Betreiben von RVL-Gründungsmitglied Bernhard Müller kommt es zur Gründung des Ems-Jade-Weser Regatta-verbands, dem 5 Vereine beitreten. Den Vorsitz übernimmt der RVL-Vorsitzende Johannes Russell.

1914 – 1919

Die Sportausübung wird durch den Ersten Weltkrieg nicht unterbrochen, erleidet aber einen Rückschlag. Zu Beginn des Krieges gibt es einen großen Zuwachs an Mitgliedern, deren Zahl jedoch bald wieder sinkt. 1915 sind 40 RVL-Mitglieder zum aktiven Dienst im Feld eingezogen, 18 davon fallen im Laufe des Krieges.

1915

Fritz van Delden stellt mit 3300 geruderten Kilometern einen Rekord auf – im kommt Albert „Väterchen“ Schmidt nahe.

1925

Die nach 1919 stetig gestiegene Mitgliederzahl erreicht mit 18ß einen vorläufigen Höchststand. Erstmals wird Bruno Rippen erwähnt.

1928

Eine Frauenabteilung wird gegründet; die Ausbildung der Damen liegt in den Händen von Johann Siebold Gerdes und Greta Byl.

1929 – 1931

Die sportliche Arbeit steht im Schatten der Weltwirtschftskrise.

1934 – 1938

Obwohl Trainingsleute „wegen wehrpolitischer Arbeit“ ausgeschieden sind, herrscht in diesem Jahr reger Ruderbetrieb.

1935

Der Verein feiert seinen ersten Achter-Sieg.

1937/38

Kajungs- und Fundamentierungsarbeiten am Bootshaus.

1938

Der Doppelzweier „Edzard“, im Verein unter der Bezeichnung „Verlobungszweier“ geläufig, wird wegen seines Alters ausrangiert. In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg herrscht au dem Bootshaus ein außerordentlich reger Betrieb. 1938 werden 23 000 Kilometer gerudert, 1939 werden ein Doppel-Vierer, ein Doppel-Zweier sowie ein Trainingsmotorboot angeschafft.

1940

Der Verein beschleißt, sich „Ruderverein Leer von 1903“ zu nennen. Nur ein geringer Teil der männlichen Mitglieder erhält neben der Frauenabteilung den Ruderbetrieb aufrecht.

1941

Viele der bis dahin erkämpften Regattapreise werden der Metallspende zum Opfer gebracht. Festlichkeiten fallen wegen der Kriegszeit aus; es gibt erste Gefallene unter den RVL-Aktiven.

1946

Das verwahrloste und zerstörte Bootshaus und Bootsmaterial wird unter schwierigsten Umständen wieder funktionstüchtig gemacht. Ein hauptamtlicher Haus- bzw. Bootsmeister wird eingestellt.

1947

Der Bau des Hausmeisterhauses (1948 fertiggestellt) wird unter erheblichem Einsatz von Eigenleistungen der Mitglieder begonnen. Die Mitgliederzahl nimmt stetig zu und erreicht in diesem Jahr die Zahl 397.

1948

Mit 476 wird ein Rekordmitgliederstand erreicht. Die erste Regatta in Leer nach dem Krieg findet statt. Von nun an gibt es jährlich Regatten (mit der einzigen Ausnahme 1993, des Jahres der umfassenden Bootshaus-Sanierung).

1950

Der erste Nachkriegsachter wird zum Preis von DM 4 000 angeschafft und auf den Namen „Bernhard Müller“ getauft.

1953

Das 50jährige Jubiläum des Vereins wird im September in dreitägigen Feierlichkeiten (u.a. mit Jubiläumsregatta, Fackelzug, Feuerwerk und Festball) begangen.

1958

Eine Jugendabteilung wird gegründet.

1963

Ein Jahr, in dem zwei Jubiläen zu begehen sind: die 25. Ruderregatta und das 60 jährige Bestehen des Vereins. In diesem Jahr wird das Bootshaus erneut erweitert. Die offene Terrasse wird mit einem Dach versehen und geschlossen; der sog. Jugendraum entsteht.

1972

Für die Ledastraße muss der Verein einen Teil seines Grundstücks abtreten.

1978

Es kommt zu gravierenden Grundstücksveränderungen durch städtebauliche Maßnahmen. Die bis dahin geschlossene Grundstückslage im Westen muss aufgegeben werden. Die Stadt benötigt einen Teil des Vereinsgrundstücks, um Ledastraße und Kupenwarf miteinander zu verbinden, während die Fußgängerzone durch die Mühlenstraße weitergeführt wird. Zum Ausgleich bekommt der Ruderverein eine Grundstücksfläche östlich des Bootshauses.

1984

Zum 75jährigen Bestehen des Bootshauses werden der Sanitärbereich modernisiert und abgängige Teile der Holzkonstruktion ersetzt.

1985

Ein „Spitzenruderjahr“ mit erstmals mehr als 50 000 geruderten Kilometern, davon mehr als 18 000 auf Wanderfahrten.

1986

56 800 geruderte Kilometer. Am Boosthaus werden erneut erheblich Unterhaltungsarbeiten fällig.

1988

Die 50. Ruderregatta wird veranstaltet. 55 000 geruderte Kilometer.

1992

Nach 40 Jahren legt sich der Verein wieder einen neuen Achter zu. Das Boot, dessen Kauf durch Spenden vor allem auswärtiger Mitglieder ermöglicht wird, trägt den Namen „Binnen und Buten“. Der Grundstücksteil östlich des Bootshauses wird veräußert. Das Vereinsgelände wird in die Hafenpromenade einbezogen.

1993

Die grundlegende Sanierung des Bootshauses mit Teilumbau und Erweiterung wird verwirklicht.

1999

Ein weiterer Rennachter, „Achter( r ) an“, wir angeschafft und getauft – vollständig durch Spenden finanziert.

2003

Im Jubiläumsjahr hat der Verein 323 Mitglieder. Davon entfallen 106 auf die Damenabteilung und 70 auf die Jugend und Kinderabteilung. Hinzukommen 84 auswärtige und passive Mitglieder. Für den Ruderbetrieb stehen 40 Boote, darunter drei Achter zur Verfügung. Quellen: Festschriften zur 50-Jahr-Feier (1953), zur 75-Jahr-Feier (1978) sowie zur 100-Jahr-Feier, Jahresberichte ab 1984